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  • Daniela

Das perfekte Licht für deine Kinderfotos - Teil 1 indoor

Licht sehen und verstehen ist das Um und Auf in der Fotografie. Am besten lernt man es durch den konsequenten Griff zur Kamera und den Erfahrungen daraus. Es hilft, die eigenen Bilder für sich immer wieder zu analysieren: Was sieht gut aus und was nicht – und am wichtigsten: Warum tut es das oder auch nicht? Dafür sollte man keine Lichtsituation scheuen. Denn man lernt jedes Mal dazu, wenn man die Kamera in die Hand nimmt. Und wenn auch "nur", was nicht funktioniert.


In diesem Beitrag widme ich mich den verschiedenen Lichtsituationen, die ihr indoor vorfinden könnt und ich skizziere euch einige Möglichkeiten, die diese bieten.


Schaltet als erstes jedes künstliche Licht aus, vor allem das Deckenlicht. Dieses wirft unschöne Schatten im Gesicht der Porträtierten, da es direkt von oben kommt und in erster Linie den Oberkopf beleuchtet. Außerdem verträgt sich Kunstlicht mit natürlichem Licht von außen nicht sonderlich gut.


Besonders in den Wintermonaten wie gegenwärtig findet man oft die erste Lichtsituation vor: Draußen ist es grau in grau, drinnen ohne Beleuchtung ganz schön düster. Aber auch dieses Licht lässt sich für schöne Aufnahmen, vor allem von Porträts, nutzen:


1. Fensterlicht bei bewölktem Himmel

Wenn ihr jedes Kunstlicht im Raum ausgeschaltet habt, steht ihr wahrscheinlich da und sagt: „Wow, ganz schön finster!“ Daher müsst ihr auch, um das natürliche Licht von außen, das aufgrund der Wolken am Himmel so wunderschön weich ins Zimmer fällt, gaaaaanz nah ans Fenster ran.


Ich setze meine kleinen Models gern direkt zur Fenstertür (eignet sich besser, da mehr Licht bis zum Boden einfällt). Am liebsten mit dem Gesicht in etwa 45-90 Grad vom Fenster abgewandt. So erhält das Gesicht eine schöne Schattenzeichnung (sogenanntes Rembrandt-Licht, bei dem eine Gesichtshälfte zur Gänze und die zweite nur an der Wange und unter dem Auge beleuchtet ist), die diesem eine schöne Plastizität verleiht.


Blickt das Model direkt ins Licht und ihr fotografiert von der Tür aus MIT dem einfallenden Licht, wird das Gesicht zwar gut ausgeleuchtet, es wirkt aber flacher. Das ist gerade für Fotografie-Anfänger bei wenig Licht aber oft einfacher und bringt auch schöne Ergebnisse!

Aufnahmedaten: Bild links f/2.2., 1/200 Sek., ISO 500 | Bild rechts f/1.8, 1/250 Sek., ISO 640

Links befindet sich das Fenster an ihrer linken, beim rechten 90 Grad an der rechten Seite.


2. Fensterlicht an sonnigen Tagen

Das Licht ist mein Lieblingslicht, denn es lässt viel Raum für Kreativität und man kann ganz außergewöhnliche und spannende Kinderporträts schaffen. Außerdem hat es einen riesigen Vorteil: Alles rund um das einfallende Sonnenlicht verschwindet im Schatten - also auch herumliegendes Spielzeug oder was sonst gern am Boden herumliegt! :-)


Wichtig hier: Fokussiert auf die hellen Bereiche, also euer Kind, oder wenn ihr kreative Schattenzeichnungen festhalten wollt, den beleuchteten Boden.

Aufnahmedaten: Bild links f/2.5, 1/500 Sek., ISO 250 | Bild rechts f/3.5, 1/500 Sek., ISO 250



3. Fensterlicht bei Sonnenuntergang oder -aufgang

Da habt ihr meistens nicht lange Zeit und die Schatten wandern sehr schnell. Aber dieses Licht ist sicher eins der spannendsten – die Schatten sind lang, das Licht golden. Wandert doch mal kurz vor Sonnenauf- oder untergang durch euer Haus/eure Wohnung und schaut, wo das Licht an die Wand fällt. Und wenn es nur ein kleiner Streifen ist, der da an die Wand leuchtet, könnt ihr diesen später mit den Kindern oder vielleicht auch für Selbstporträts nutzen. Es bietet sich auch gut an, schattenwerfende Elemente wie zum Beispiel Blumen, Vorhänge o.Ä. mit einzubeziehen.

Aufnahmedaten: Bild links f/3.2, 1/640 Sek., ISO 160 | Bild rechts f/2.2., 1/320 Sek., ISO 400


4. Fensterlicht zur Blauen Stunde

Dieses Licht kurz nach Sonnenuntergang, auch Blaue Stunde genannt, ist ein wunderschön weiches Licht, da die Sonne schon am Horizont verschwunden ist. Dieses könnt ihr zum Beispiel für ganz weiche Porträt- oder schöne Silhouettenaufnahmen eurer Kinder nutzen, indem ihr sie direkt vor dem Fenster fotografiert. Dabei müsst ihr auf das Model fokussieren und scharf stellen, allerdings dann stark unterbelichten, damit eine Silhouette entsteht und der wunderschöne Himmel, der sich zur Blauen Stunde eröffnet, gut belichtet wird. Da heißt es auch wieder, schnell sein und am besten ein "Setting" früher schon vorbereiten, denn es wird rasch dunkel.

Aufnahmedaten: f/2.8, 1/200 Sek., ISO 1250


5. Kunstlicht

Nicht immer ist Kunstlicht ein Übel. Es kommt darauf an, welches Kunstlicht man sich zunutze macht. Wenn es draußen bereits dunkel ist, könnt ihr zum Beispiel auch das Deckenlicht vom Raum nebenan nutzen, um dann wie bei Punkt 2 und 3 (einfallendes Sonnenlicht) sogenannte „Low Light“-Aufnahmen zu schießen. Ihr platziert euer Model also in einen Bereich, der beleuchtet ist - alles rundherum verschwindet im Schatten (geht auch mit Kunstlicht z.B. in einem Kürbis wie am Bild 1)


Auch Lichterketten, (künstliches) Kerzenlicht oder Laternen bieten schöne Möglichkeiten, um stimmungsvolle Kinderporträts zu zaubern. Dafür müssen die Kleinen jedoch ganz nah an die Lichtquelle heran, also achtet einfach auf ungefährliche Möglichkeiten wie zum Beispiel hier am Foto eine Nachtlicht-Lampe , die ich dann im Photoshop kurzerhand in einen Mond verwandelt hab. Beim Bild rechts kam auch noch etwas Fensterlicht von rechts. Hohe ISO-Werte sind hier meistens auch erforderlich.

Aufnahmedaten: Bild links f/2.5., 1/160 Sek., ISO 2000 | Bild rechts f/3.2, 1/160 Sek., ISO 1600


Wie eingangs beschrieben, lernt man bei jedem Mal fotografieren dazu - besonders aus den "Fehlern", die man dabei macht. Daher sollte man auch keine Lichtsituation scheuen, um ein umfassendes Gespür für das Licht und diese schließlich bewusst nutzen zu können.


Noch ein Tipp dazu: Gerade zu Beginn des Jahres könntet ihr euch ja auch einen fotografischen Vorsatz fassen, und zwar, jeden Tag und somit 365x im Jahr die Kamera in die Hand zu nehmen. Ihr werdet fotografisch dabei enorm wachsen!


Ich hoffe, ihr fandet meinen Blogbeitrag hilfreich! Ihr könnt mir auch gern Feedback da lassen oder bei Fragen meldet euch: office@daniela-fuehrer.com


Alles Liebe,


Daniela


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*Alle Bilder wurden von mir in RAW fotografiert und nachbearbeitet in den Programmen Lightroom und zum Teil auch Photoshop. Die Nachbearbeitung bietet noch einmal sehr viele Möglichkeiten, um noch mehr aus Bildern herauszuholen. Es gibt dazu tausende tolle Videos im Internet und es lohnt sich aus meiner Erfahrung auch, den ein oder anderen bezahlten (Online-)Kurs in diesem Bereich zu absolvieren.

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Fotografin Daniela Führer

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