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  • Daniela

Mit Spiel und Spaß zu kreativen Kinderfotos

Viele von uns verbringen aktuell ja besonders viel Zeit zu Hause und werden das wahrscheinlich auch noch eine Weile tun. Die vergangenen Wochen habe ich mit meinen Kindern (1,5 und 3 Jahre) intensiv dafür genutzt, Foto-Projekte auszuprobieren, bei denen der Spaß im Vordergrund stehen und auch auf den Bildern sichtbar werden sollte. Und ja: Einige Projekte sind mehr geglückt, andere weniger. Prinzipiell ist aber nur ein Mal eines meiner Kinder schreiend davon gelaufen ... :-)


Hier gibt’s jetzt für euch 10 erprobte Spielideen oder Anregungen für DIY-Fotoprojekte zum Nachmachen – mit Fokus auf Kleinkinder. Alle Vorschläge sind rasch umzusetzen, die Geduld von Kindern hat ja bekanntlich Grenzen!


Foto links (Sieb) & Foto rechts (Spitzenstoff): f/4.5, 1/640 Sek., ISO 100


1. Licht-Schatten-Muster

Dafür braucht es hartes, direktes Sonnenlicht, welches durch das Fenster einfällt. Oder ihr macht das überhaupt draußen, wenn die Sonne scheint.


Zwischen Sonne und Gesicht haltet ihr z.B. ein Nudelsieb. So können ganz spannende und witzige Licht-Schatten-Effekte am porträtierten Kind entstehen (siehe Foto links oben). Man kann aber zum Beispiel auch einen gemusterten Stoff in die Fenstertür spannen (rechtes Foto), die Fenster-Jalousien nur leicht öffnen, u.v.m., um Licht-Schatten-Muster bei diesem Foto-Experiment zu erzeugen. Bei der Nachbearbeitung eignet sich eine Konvertierung der Fotos in Schwarz-Weiß besonders gut, denn so kommen die Kontraste besser zur Geltung!


Noch ein Tipp: Damit eure Kinder nicht sofort wieder weglaufen, kann es ganz nützlich sein, eine kleine Trittleiter dorthin zu stellen, wo das Sonnenlicht in den Raum trifft. Wenn die Kinder schon halbwegs sicher hinauf klettern können, habt ihr vielleicht ein paar Momente mehr Zeit, um Bilder zu machen - das hat zumindest bei mir bei Anlauf 2 super funktioniert! :-)

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f/2.0, 1/125 Sek., ISO 100


2. Dokumentarische Fotografie

Verfolgt eure Kinder doch einfach mal bei ganz Alltäglichem, schaut auf Details wie ihre Hände oder Haare – verfolgt sie ganz bewusst bei ihren täglichen Routinen oder macht jede Stunde ein Foto von ihnen, egal, was sie gerade machen, und versucht so, die Besonderheit des Alltags festzuhalten.

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f/2.8, 1/160 Sek., ISO 320


3. Unter der Decke

Macht mit einem hellen Leintuch am Bett oder auf der Couch eine „Höhle“, zieht das Tuch immer wieder über euer Kind und bringt es zum Beispiel mit Tiergeräuschen zum Lachen. Funktioniert bei uns immer. Das Ganze kann knifflig werden mit kleinen Kindern – sie lieben es zwar unter der Decke, aber bis Mama oder Papa die Kamera ausgerichtet und fokussiert hat, sind sie auch gleich mal wieder weg. Ausprobieren lohnt sich aber dennoch!


Prinzipiell sei auch gesagt: Es ist nicht jeder Tag gleich. Manchmal sind die Kleinen mehr bei der Sache, mal weniger. Wenn es mal nicht so klappt, packt am besten wieder zusammen und versucht es morgen oder zu einer anderen Tageszeit nochmal. Das kann dann oft Wunder wirken.

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f/2.0, 1/320 Sek., ISO 400 (linkes Foto) - f/3.2, 1/125 Sek., ISO 320 (rechtes Foto)


4. Das Spiel mit dem Vorhang

Besonders bei ganz kleinen Kindern noch spannend. Am besten eignet sich ein leichter, heller und einfärbiger Vorhang vor einer Fenstertür, den ihr über eure Kinder hinweg fliegen lasst. Positioniert euch direkt an der Tür. Vielleicht ergeben sich dadurch auch schöne Spiegelaufnahmen im Glas. Ihr könnt auch einen Vorhang über euer Kind hinweg fliegen lassen und über es gebeugt ein Foto machen.

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f/4.5, 1/500 Sek., ISO 400


5. Fenster-Träumereien

Fotos eurer Kinder durch die Fensterscheibe können besonders gut wirken. Damit die Kleinen nicht die Lust verlieren, am Fenster stehen zu bleiben, kann man sie ja zum Beispiel mit abwaschbaren Farben darauf malen oder Grimassen ziehen lassen.


Wichtig ist, dass die Porträtierten ganz nahe an der Scheibe stehen - und verwendet bei der Aufnahme keinen Blitz!

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f/7, 1/125 Sek., ISO 100


6. Auge an Auge

Dafür braucht ihr Gehilfen sowie ein halbwegs geduldiges Kind :-) Aber die Ergebnisse können richtig spannend werden.


Die Schwierigkeit liegt darin, dass eure Augen genau auf einer Ebene liegen - da muss der/die Fotograf/in genaue Anweisungen geben. Und die Blende sollte nicht ganz offen sein, sodass auch wirklich beide Augen so scharf wie möglich abgebildet sind.

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f/3.2, 1/80 Sek., ISO 320


7. Blick von oben

Die Perspektive macht’s: Diesen Tipp hört und liest man immer wieder und es klingt nicht besonders. Aber die bewusste Umsetzung ist dann schon noch einmal etwas anderes und vor allem auch, das Warum. Gerade bei der Fotografie von Kindern ist es wichtig, mindestens auf Augenhöhe mit ihnen zu sein - das bedeutet natürlich auch viel "Bodenarbeit". Aber das Am-Boden-Liegen macht die Welt der Kinder einfach viel erlebbarer und echt. Die Perspektive oft zu wechseln, diese dann der Lichtstimmung anzupassen, zu versuchen, neue Perspektiven zu finden, die nicht alltäglich sind und somit auch die Bilder außergewöhnlich machen, lautet ein weiterer Tipp.


Der Blick von oben ist sicherlich einer der spannendsten. Und man kann obendrein einen flächigen Unter-/Hintergrund schaffen, auch wenn sich rundherum die Spielsachen türmen. Sehr schön kommt eine Aufnahme, wenn zum Beispiel euer Partner/eure Partnerin das Kind auf die Oberschenkel nimmt - fällt das Fensterlicht seitlich ein, habt ihr schöne Schatten im Gesicht.


Noch ein Tipp: Mit dem Lieblingslied des Kindes, bei dem es kräftig mitsingt (meine Kleine singt am Foto zum Beispiel grad mit ganzem Herzen "Heidi"), oder dem berühmten "Apfelstrudel" hat auch das Kind seinen Spaß und ihr ein bisschen mehr Zeit zum Fotografieren!

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f/1.8, 1/250 Sek., ISO 500


8. Mit Negativraum arbeiten

Ich persönlich mag es sehr, einem Bild viel Negativraum zu geben, um so eine noch stärkere Bildwirkung zu erzielen. In jedem Zuhause gibt es dafür etliche Möglichkeiten: eine einfärbige Wand oder die Badewanne zum Beispiel eignen sich gut dafür, um viel Fläche um die Porträtierten zu generieren.

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f/4.0, 1/1250 Sek., ISO 100


9. Lange Schatten nutzen

Bei tief stehender Sonne am Abend oder am Morgen kann man sich die Schatten der Kleinen zu Nutze machen – der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, es empfiehlt sich jedoch ein flächiger, einfärbiger Unter-/Hintergrund, damit die Schatten gut sichtbar sind.

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f/2.0, 1/200 Sek., ISO 200 (linkes Bild) - f/4.5, 1/160 Sek., ISO 320 (rechtes Bild)


10. Spieglein, Spieglein, ...

Ich habe mir einen rahmenlosen, günstigen Spiegel gekauft, der vor allem bei ganz kleinen Kindern sehr gut ankommt, wenn man ihn auf den Boden legt und sie darauf laufen oder spielen lässt. Wenn sie sich selber darin sehen und sich vielleicht angreifen wollen, kann das zu tollen Schnappschüssen führen - auch von Details wie z.B. ihren Füßen (Foto rechts).


Alternativ kann man aber auch einen Standspiegel auf den Boden stellen und darauf warten, dass sich die Kinder darin entdecken (Foto links).

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Das waren meine 10 Tipps und Anregungen rund um kreative Kinderfotos. Ich hoffe, ich konnte euch etwas Inspiration mit auf den Weg geben und wünsche euch viel Freude beim Fotografieren eurer Kinder!


Alles Liebe,

Daniela

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Fotografin Daniela Führer

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