Licht verstehen – Teil 1: Mit low light zu außergewöhnlichen Fotos

Entdecke den Zauber der low light-Fotografie und lerne dabei deine Kamera noch besser kennen! 

Dir geht es vielleicht gerade genauso wie mir vor ein paar Jahren. Ich war ständig auf der Suche nach Fotografie-Input jeder Art und dabei stieß ich über eine Internet-Plattform auf das Thema „low light“. Und das Ding mit dem wenigen Licht hat in mir ein richtiges Feuer entfacht, das heute noch brennt.

Nun was ist eigentlich low light-Fotografie?

Bei low light zu fotografieren, heißt, wie der Name schon sagt, mit wenig Licht zu fotografieren. Dabei gibt es oft nur eine (kleine) Lichtquelle, die man für diese Art von Aufnahmen nutzt. Man stößt dabei häufig an die Grenzen seiner Kamera. Ein leistungsstarkes Gerät und speziell ein lichtstarkes Objektiv sind dabei auf jeden Fall von Vorteil.

Licht verstehen – Teil 1: Mit low light zu außergewöhnlichen Fotos
Was ist so reizvoll an der low light-Fotografie?
  1. Du kannst den Blick ganz klar auf dein Model oder ein Objekt lenken. 
  2. Mittels low light-Fotografie lassen sich einprägsame Geschichten erzählen und echte Emotionen wecken, wenn zum Beispiel nur Details zu sehen sind und der Rest verschwindet im Schatten. Eine wunderschöne Möglichkeit für ein gelungenes Storytelling! 
  3. Ein low light-Bild mutet romantisch, oft mystisch und nostalgisch an.
  4. Du lernst die Grenzen deiner Kamera kennen, denn du musst diese betreffend Blende, Belichtungszeit und ISO oft bis zum Maximum ausreizen. Daher empfehle ich dir auch, im manuellen Modus zu fotografieren.
Licht verstehen – Teil 1: Mit low light zu außergewöhnlichen Fotos

Zusätzlich zum Licht der Lampe habe ich auch noch die Tür in unser Badezimmer geöffnet, sodass etwas mehr Licht auf meine Tochter fiel.

Meine Foto-Tipps zum Thema low light:

1. Kameraeinstellungen
Öffne die Blende so weit wie möglich und reduziere die Belichtungszeit. Bei Menschen/Kindern versuche nicht unter 1/250 Sekunden zu fotografieren, darunter hast du sonst rasch Bewegungsunschärfe im Bild. Fotografierst du Stillleben und mit Stativ, hast du natürlich viel mehr Spielraum. Passe die ISO als letztes an, dazu gleich mehr.

2. Belichtung
Versuche die Belichtung korrekt zu wählen, das heißt, das zentrale Objekt/Model soll bei der Aufnahme schon hell genug belichtet sein. Wähle deine Belichtung also anhand des hellsten Bereichs im Bild aus. Am besten befindet sich das Objekt oder Model ganz nah an der Lichtquelle. Nimmst du das Bild nämlich unterbelichtet auf und die Umgebung ist ebenfalls sehr dunkel, rauscht das Bild stark – trotz womöglich niedriger ISO! Andres ausgedrückt: ISO 100 bei einem stark unterbelichteten Foto verursacht weit mehr Bildrauschen als ISO 800 bei korrekter Belichtung!

3. Vorteil eines lichtstarken Objektivs
Festbrennweiten-Objektive mit Lichtstärken von f/1.4 oder f/1.8 sind in low light-Situationen extrem hilfreich, denn mit jeder Blendenstufe gewinnst du einfach enorm. Mein absolutes Lieblingsobjektiv und zu 95 % an meiner Kamera ist übrigens das 35mm Sigma ART 1.4. (unbezahlte Werbung)

4. Wo findest du low light?
Es gibt jede Menge Möglichkeiten, mit low light zu arbeiten. Einige Beispiele: Kühlschranklicht, Licht durch ein kleines Fenster, Laterne, Nachttisch-Lampe, Lichterkette, Handy-/PC-/Tabletlicht.

Jetzt hoffe ich natürlich, ich konnte dich ein wenig inspirieren, womöglich den Winter noch zu nutzen, um deine Fotografie weiterzuentwickeln mittels low light-Fotografie. Es gibt dabei so viele Möglichkeiten: von moody Porträt-, über Produkt- oder Food-Aufnahmen! Probier es einfach aus!

Licht verstehen – Teil 1: Mit low light zu außergewöhnlichen Fotos

Dieses Bild habe ich im Lichteinfall eines Fensters in einem Gasthaus gemacht.
c) NÖ Werbung/Daniela Führer